Organisationskonzept

Organisationskonzept

Stand: September 2014

Organisationskonzept der Kleinen Kindertagesstätte Limmerlinge e.V.

Präambel

Das Organisationskonzept konkretisiert und aktualisiert das Betriebskonzept der Limmerlinge, dass zur Gründung der Limmerlinge erstellt wurde.

Dieses Konzept ist Grundlage für den Betrieb und für die Verträge der Kindertagesstätte Limmerlinge e.V. mit dem Personal, den Eltern und den zuständigen Behörden. Es sichert die Qualität und Transparenz sowohl der pädagogischen Arbeit als auch der Zusammenarbeit von Personal, Elternschaft und Behörden.

Inhaltsverzeichnis

1.1 Räumlichkeit 2
1.2 Organisationsrahmen 2
1.3 Die Gründung der “Limmerlinge” 2
2 Betreuungsform und Kindergruppe 2
2.1 Betriebsgröße und Betreuungsform 2
2.2 Gruppenzusammensetzung 2
2.3 Betreuungs- und Schließzeiten 2
2.4 Auswahl und Platzvergabe 2
3 Elternmitarbeit 3
3.1 Elternnotdienste 3
3.2 Elternämter 3
3.3 Elternabende 3
4 Personal 3
4.1 Fachkräfte 4
4.2 Weiteres Personal 4
4.3 Elternmitarbeit in der Betreuung 4
5 Pädagogisches Konzept der Limmerlinge e.V. 4
5.1 Über das Pädagogische Konzept 4
5.2 Bildungsverständnis 4
5.3 Pädagogische Arbeitsweise 4
5.4 Bildungsziele 5
5.5 Der Tagesablauf 5
5.6 Ablaufplan 6
5.7 Raum 6
5.8 Kinderschutz
5.9 Kinderrechte
5.10 Beteiligung/Partizipation
5.11 Beschwerdemanagement
6 Finanzierung 7
7 Anhang 7
7.1 Tages- und Personalplan 7
7.2 Elternnotdienstplan 7
7.3 Elternamtsliste 7
7.4 Haushaltsplan 2009 7

Kleine Kindertagesstätte “Limmerlinge” e.V.

1.1 Räumlichkeit

Als Standort wurde eine ehemalige Gaststätte in der Tegtmeyerstr 5, 30453 Hannover gewählt. Die Grundfläche beträgt ca. 140 qm, die Räume sind gut belichtet und günstig geschnitten. Es gibt zwei Gruppenräume, einen Schlafraum, ein Büro, eine Küche und ein Bad. Es ist eine ausreichend große Außenspielfläche vorhanden. Es handelt sich um eine Straße mit sehr geringem Verkehrsaufkommen und guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Ein Spielplatz sowie Waldgelände sind in fußläufiger Entfernung vorhanden.

1.2 Organisationsrahmen

Struktur und Organisation des Trägervereins “Limmerlinge” e.V. regelt die Satzung. Der Vorstand führt die Geschäfte des Trägervereins und des Kinderladens entsprechend der Beschlüsse der regelmäßig stattfindenden Mitgliederversammlungen, des Personals und der Elternversammlungen.

1.3 Die Gründung der “Limmerlinge”

Gegründet wurde der Trägerverein der Elterninitiative Limmerlinge e.V. am 4. Februar 2007 im Gemeindehaus der St. Nikolaikirche in Limmer. Veranlassung für die Gründung war an erster Stelle die Tatsache, dass mehrere Eltern, die, und deren Kinder, sich bereits aus nachbarschaftlichen Zusammenhängen und durch den Spielkreis der Kirchengemeinde St. Nikolai Limmer kannten, bei ihren Bewerbungen um einen Krabbelplatz in anderen Betreuungseinrichtungen im Raum Limmer und Linden bis dahin keinen Erfolg gehabt hatten, da die Versorgung mit Krabbelplätzen in diesem Stadtteil unzureichend erscheint. Ein weiteres Motiv einiger Gründungseltern ist, dass sie in einer Einrichtung in Trägerschaft durch die Eltern die Möglichkeit sehen, die Inhalte und den Rahmen der Betreuung mit zu gestalten und eine qualitativ hochwertige Betreuungs- und Bildungseinrichtung für ihre Kinder schaffen wollen.

2 Betreuungsform und Kindergruppe

2.1 Betriebsgröße und Betreuungsform

Die Gründung erfolgt den gesetzlichen Vorgaben nach als Kleine Kindertagesstätte(im Folgenden KKT), also als eingruppige Einrichtung mit 10 Kindern, wovon ein Kind mit besonderem Förderbedarf in Einzelintegration betreut wird.

Die Betriebserlaubnis wird für ein Alter der Kinder von 1 bis 3 Jahren beantragt, also für ein Alter bei Eintritt von mindestens 12 Monaten und Verbleib bis zum Eintritt in den Kindergarten, d.h. bis zum vollendeten dritten Lebensjahr.(Kinder, die vor dem 31.10 des aktuellen Jahres drei Jahre alt werden, müssen noch selben Jahr in den Kindergarten wechseln)

2.2 Gruppenzusammensetzung

Die Gruppenzusammensetzung resultiert aus der aktuellen Platzvergabe.

Es wird die Option offen gehalten, zu einem späteren Zeitpunkt einen Antrag auf Einzelintegration für ein Kind zu stellen.

2.3 Betreuungs- und Schließzeiten

Es wird eine ganztägige Betreuung angeboten. Die Öffnungs- und Schließzeiten werden von den Eltern in Absprache mit dem Team festgelegt.

Betreuungszeiten sind zur Zeit von Mo-Fr von 07:45 Uhr – 15:30 Uhr.

Die Schließzeiten werden im Rahmen der Elternabende festgelegt und sind vor allem in den Sommerferien und zum Jahreswechsel.

Die nach aktuellem Stand geplante regelmäßige tägliche Betreuung durch die drei Fachkräfte (in der Folge als Betreuungszeit bezeichnet) ist dem “Tagesplan” im Anhang zu entnehmen.

2.4 Auswahl und Platzvergabe

Die an einem Betreuungsplatz interessierten Eltern werden auf eine fortlaufend geführte Warteliste gesetzt, womit das Kind als angemeldet gilt. Im Rahmen von Elterngesprächen und Hospitationen werden Familien entsprechend der frei werdenden Plätze, v.a. im Sommer, ausgewählt. Die Kriterien zur Platzvergabe und deren Gewichtung werden auf Elternabenden zusammen mit dem Personal beschlossen.

Die Auswahl erfolgt durch ein Auswahlteam von Eltern und Personal.

Bei der Auswahl und Platzvergabe der Kinder werden die gesetzlichen Auflagen und die Bedingungen des Jugendamtes beachtet.

Die aktuell beschlossenen Kriterien sind:

1. Priorität – besonders wichtig ist uns:

  • Engagement der Eltern bei der erforderlichen Arbeit in einer Elterninitiative
  • Nähe des Wohnorts zur Einrichtung / vorrangig Wohnort Limmer
  • Gruppenzusammensetzung: jedes Kind soll altersmäßig passende SpielkameradInnen finden können
  • Mindestalter 12 Monate und Verbleib in der Gruppe länger als einige Monate

2. Priorität – des weiteren soll berücksichtigt werden:

  • Gruppenzusammensetzung hinsichtlich Geschlecht
  • Vertragsabschlüsse möglichst auf den Aufnahmetermin am 1. August

3. Priorität eine weitere Rolle spielen kann auch:

  • Betreuungsbedarf der Eltern
  • Gefühl für die neuen Eltern zur positiven Zusammenarbeit muss vorhanden sein

3 Elternmitarbeit

Eine Krabbelgruppe in Elterninitiative erfordert eine kontinuierliche Mitarbeit der Elternschaft. Eltern und Personal verstehen sich als Team.

Die Mitarbeit der Eltern ist einerseits eine Notwendigkeit, aufgrund der knappen Haushaltslage des Vereins, andererseits werden damit den Kindern in gutem Beispiel Eigeninitiative und persönliches Engagement der Eltern vorgelebt.

3.1 Elternnotdienste

Im Regelfall werden die Kinder in der Betreuungszeit durch das angestellte Personal betreut.

Elternnotdienste stellen sicher, dass sowohl immer eine geeignete zweite Person anwesend ist als auch, dass der von Team und Eltern gewünschte Umfang der Betreuung besteht. Hierfür wird ein Notdienstplan erstellt. Derzeitiger Stand ist im aktuellen Elternnotdienstplan ersichtlich.

Für die Durchführung von Sonderveranstaltungen (Ausflüge, Projekte, Feste) sind ebenfalls Elterndienste als Begleitung und Mithilfe erwünscht und notwendig.

3.2 Elternämter

Der Betrieb der KKT setzt voraus, dass die organisatorischen Hintergrundaufgaben über Elternämter erledigt werden. Die Verteilung und Organisation der Elternämter wird auf Elternversammlungen geregelt.

Der aktuelle Stand ist in der Elternamtsliste festgehalten. Zur Zeit entspricht der zeitliche Umfang an zu leistenden Elternamtsstunden etwa 10 Std./Monat.

3.3 Elternabende

Es finden regelmäßig Elternabende statt. Diese dienen dem Erfahrungsaustausch mit dem Personal und der Eltern untereinander über die Erziehungs- und Betreuungsarbeit, sowie der Planung des wirtschaftlichen, organisatorischen und pädagogischen Betriebes der Einrichtung. Zur Zeit finden die Elternabende jeden ersten Montag im Monat statt.

4 Personal

Die pädagogische und hauswirtschaftliche Betreuung erfolgt durch ein Personalteam aus Fach- und Hilfskräften, das seine tägliche Arbeit regelmäßig mit der/ dem Personalamt abstimmt.

Der Vorstand sorgt dafür, dass je nach Situation (Urlaub, Bildungsveranstaltungen, langfristige Erkrankungen etc.) für eine ausreichende Personaldecke gesorgt ist.

Zur Zeit bilden ein Heilerziehungspfleger in Leitungsfunktion, eine Erzieherin, eine Heilerziehungspflegerin, eine FSJ-Kraft und eine Köchin das Personalteam.

Das Team hat zur Zeit zwischen 1,5 und 4 Std./Woche Verfügungs- und Freistellungsstunden vertraglich vereinbart.

Fort- und Weiterbildung sind ausdrücklich erwünscht und werden mit einem Kontingent an Budget und Freistellungstagen unterstützt.

4.1 Fachkräfte

Die Leitung wird einem/r Fachkraft mit einer Qualifikation gemäß KitaG übertragen und wird durch einen Heilerziehungspfleger ausgefüllt. Zweitkräfte sind eine Erzieherin und eine Heilerziehungspflegerin, welche ebenfalls zur Gruppenleitung befähigt und berechtigt sind.

Bei geplanten bzw. vorhersehbaren Abwesenheiten der Fachkräfte wird versucht Ersatzpersonal durch die Kinderladen-Initiative Hannover e.V. zu erhalten.

Solange eine Einzelintegration stattfindet, wird die Forderung nach einer heilpädagogischen Fachkraft mindestens im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang erfüllt.

4.2 Weiteres Personal

Hauswirtschaftliche und unterstützende Aufgaben werden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten von mindestens einer weiteren geeigneten Kraft wahrgenommen. Zur Zeit sind dies eine FSJlerin, eine Koch- und eine Reinigungskraft.

4.3 Elternmitarbeit in der Betreuung

Soweit eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende zweite geeignete Kraft nicht angestellt oder während der Betreuungszeit nicht in der Gruppe anwesend ist, wird diese Aufgabe vom Elterndienst wahrgenommen.

5 Pädagogisches Konzept der Limmerlinge e.V.

5.1 Über das Pädagogische Konzept

Das pädagogische Konzept berücksichtigt die Elemente Betreuung, Erziehung und Bildung gleichermaßen. Es lehnt sich an den lebensbezogenen Ansatz an, orientiert sich aber auch an anderen Konzepten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und den mitwirkenden Menschen. Je nach den Bedürfnissen der momentanen Kinder, den Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte und Praktikant_Innen und denen der Eltern variiert die Praxis.

5.2 Bildungsverständnis

Das Kind wendet sich von Geburt an voller Neugier der Welt zu und sammelt durch Sinneseindrücke und handelnde Bewegung erste Erfahrungen. Es besitzt Gaben und Potenziale von ungeheurer Vielfalt und Vitalität. Durch die Beziehungen zu seiner belebten und unbelebten Umwelt bildet es sein Weltbild und begreift erste Regeln und Rituale.

Das Kind ist aktiver und kompetenter Akteur und Konstrukteur seiner Entwicklung und seines Wissens und nicht das Objekt der Bildungsbemühungen anderer. Sein Selbstbildungsprozess ist die eigene Konstruktionsleistung. Deshalb sind alle Bildungsprozesse subjektiv.

Die Entwicklung wird durch die Umwelt unterstützt, wenn diese das Kind ernst nimmt und das Kind als aktiven und lernenden Forscher unterstützt. Eine ganzheitliche, anregungs- und erfahrungsreiche, individuelle und entwicklungsbezogene Herangehensweise fordert und fördert das Kind. Es ist wichtig, jedem Kind Zeit, vor allem für den eigenen Rhythmus, zu lassen.

5.3 Pädagogische Arbeitsweise

Die pädagogische Arbeitsweise geht vom Kind aus, wobei alle pädagogischen Ziele und Absichten auf eine eigenaktive Entwicklung des Kindes ausgerichtet sind, die von Betreuungspersonen, im Sinne von Anregung und Orientierungshilfe, behutsam unterstützt, gefördert und bestärkt wird. Das Kind wird von innen her gestärkt.

Die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes wird unterstützt und begleitet, um das Kind auf gegenwärtige und künftige Lebens- und Lernabschnitte vorzubereiten. Das Erfahrungsspektrum ist vielfältig und ganzheitlich und fördert die Selbständigkeit des Kindes. Die Teilnahme am Gruppengeschehen steht dem Kind frei.

Die Lebensbedingungen des Kindes und seine Befindlichkeit stehen im Vordergrund des pädagogischen Handelns. Das Kind in seiner Ganzheitlichkeit findet Berücksichtigung. Die didaktischen Materialien und Spiele unterstützen das Lernen durch Erleben.

Die unterschiedlichen persönlichen, sozialen, nationalen und kulturellen Lebenssituationen der Kinder finden Berücksichtigung und fließen in die individuelle Förderung ein. Die Integration eines behinderten Kindes ist pädagogisch und personell gewünscht und möglich. Die Chance des sozialen Miteinanders wird genutzt, wodurch die Kinder lernen, Einzelne zu achten und die Verschiedenheit von Menschen als Lebenstatsache zu erfahren.

Die demokratischen Grundüberzeugungen unserer Gesellschaft, wie zum Beispiel Achtung der Menschenwürde, Toleranz, Chancengleichheit und Solidarität, gehören zum täglichen sozialen Lernen. Die Kinder sollen dabei insbesondere lernen, andere Meinungen zu achten, Fremden und Fremdem aufgeschlossen zu begegnen, Rücksichtnahme zu üben, sich gegenseitig zu helfen und gewaltfrei Konflikte auszutragen. Dabei brauchen sie Unterstützung, vor allem aber auch das Vorbild des Personals und der Eltern. Kooperation und Vernetzung mit der Mitwelt werden berücksichtigt.

Als Bezugspersonen begleitet und leitet das Personal das Tagesgeschehen aktiv. Es werden Impulse gegeben und Ressourcen bereitgestellt. Das Personal fördert und initiiert soziale und individuelle Entwicklungsprozesse in der Gruppe. Es unterstützt die Kinder, fordert heraus, eröffnet zusätzliche Erfahrungsmöglichkeiten und zeigt Zusammenhänge auf. Sie lassen sich einfühlsam auf die verschiedenen Persönlichkeiten der Kinder ein und orientieren sich in ihren Angeboten an den individuellen Bedürfnissen der Kinder. Sie geben Anregungen in die Gruppe, die der jeweiligen Situation entsprechen und die entwicklungsgerechte Förderung der Kinder berücksichtigt. Hierzu muss das Personal die Gegenwart und Zukunft des Kindes im Blick haben und die pädagogische Arbeit gründlich vor- und nachbereiten. Dazu gehört auch die Schaffung einer anregenden und vorbereiteten Umgebung, die von den Kindern gestaltbar ist. Die ErzieherInnen planen und führen Außenaktivitäten und Unternehmungen durch.

Die Eingewöhnungsphase wird individuell abgesprochen und abgestimmt. Die pädagogischen Fachkräfte sollen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und die sichere Bindung an die Eltern, aber auch an die neuen Bezugspersonen beachten.

Eltern und Personal verstehen sich als Team im Sinne einer Erziehungspartnerschaft; gegenseitige Offenheit, Ehrlichkeit, Akzeptanz und Interesse sind deshalb sehr wichtig; ebenso konfliktfähiges Verhalten. Sie sind damit auch Vorbilder gegenüber den Kindern. Die Fähigkeiten, Vorstellungen und Wünsche des Personals und der Eltern werden ernst genommen. Eltern treffen immer die letztendliche Entscheidung in Bezug auf ihr Kind.

Für die Zusammenarbeit und Transparenz dienen der tagesaktuelle Austausch beim Bringen und Abholen, die aushängenden Wochenpläne der Aktivitäten, die monatlich stattfindenden Elterncafes, die regelmäßigen pädagogischen Elternabende, der einmal jährlich stattfindende pädagogische Tag und die Entwicklungsgespräche, wofür das Personal regelmäßig die Entwicklung der einzelnen Kinder dokumentiert.

Die integrative Förderung findet in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Eltern und diversen anderen Institutionen statt. Durch genaue Anamnese, Diagnostik und dem differenzierten Austausch wird erarbeitet, welche individuellen Fördermaßnahmen notwendig sind. Die heilpädagogischen Wochenstunden sind dem Förderbedarf des Kindes angepasst. Die Arbeit mit dem Kind findet sowohl in Einzelsituationen, als auch in der gesamten Gruppe statt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den großen Möglichkeiten des beeinträchtigten Kindes, durch die restliche Kindergruppe zu lernen, motiviert zu werden und Gruppenfähigkeit zu trainieren.

Insgesamt halten wir die integrative Arbeit für besonders wichtig und bereichernd, da alle Beteiligten in allen Lebensbereichen ganzheitlich davon profitieren können.

5.4 Bildungsziele

Die Bildungsziele umfassen Fähigkeiten, die der Entwicklung des Kleinkindes entsprechen und daher gleichermaßen berücksichtigt und gefördert werden.

Zu diesen Fähigkeiten gehören:

  • Lebenspraktische Kompetenzen, Selbständigkeit
  • Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
  • Sprache und Sprechen
  • Körperbewusstsein und motorische Entwicklung
  • Ästhetische Bildung
  • Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und Freude am Lernen Natur und Lebenswelt

5.5 Der Tagesablauf

Der Tagesablauf beinhaltet feste Rituale wie Sitzkreis, Hygiene, gemeinsame Mahlzeiten und Schlaf- und Ruhephasen. Darüber hinaus gibt es in der Kernspielzeit Freispiel und besondere Angebote.

Im Rahmen des Sitzkreises finden Begrüßung, Fingerspiele und Lieder statt.

Die Hygiene umfasst das Wickeln bzw. selbständige zur-Toilette-gehen, Hände waschen und das mittägliche Zähne putzen.

Bei der Vorbereitung des Frühstücks und des Mittagessens können die Kinder kleinere betreute Aufgaben verrichten. Die Auseinandersetzung mit der möglichst vollwertigen und biologischen Ernährung dient der Ernährungserziehung und der Freude am Essen und seiner Zubereitung, aber auch dem Erlernen von Grundfertigkeiten und Selbständigkeit.

Die Kinder machen nach dem Mittagessen gemeinsam Mittagsschlaf oder widmen sich ruhigem Freispiel.

Besondere Angebote finden vor allem in der Kernspielzeit statt. Es handelt sich um Aktivitäten, die immer in einem spielerischen Rahmen stattfinden, den die Kinder freiwillig wahrnehmen.

Diese sind:

  • Bewegung
  • Natur-, Umwelt- und Erlebnispädagogik drinnen und draußen; experimentieren, erkunden und erforschen.
  • Musik- und Sprachförderung durch Bilderbücher, Lieder und Fingerspiele, Tanz und Benutzung erster Instrumente
  • Rollenspiele
  • Künstlerisches Gestalten

Über die besonderen Angebote hinaus gibt es mindestens einmal monatlich Ausflüge und Projekte. Dabei werden vor allem der Stadtteil, aber auch spezielle Angebote der Stadt oder Region Hannover kennengelernt.

Feste, wie Geburtstage, Verabschiedungen, Fasching, Frühlingsanfang, Ostern, Sommerfest, Laternenfest, Nikolaus und Weihnachten sind besondere Tage im laufenden Jahr.

5.6 Ablaufplan

7:45-8:45 Erste Ankommensphase, Freispiel, Frühstücksvorbereitung
8:45-9:15 Gemeinsames Frühstück
9:15-9:45 Zweite Ankommensphase
9:45-10:00 Morgenkreis
10:00-11:30/11:45 Freispiel, besondere Angebote, Ausflüge, Feste
11:30/11:45-12:15 Gemeinsames Mittagessen
12:15-12:45 Mittagstoilette, bettfertig machen, erste Abholphase
12:45-14:30 Mittagsschlaf bzw. Ruhephase
14-30-15:30 Aufwachen, Anziehen, zweite Abholphase

5.7 Raum

Die Räumlichkeiten sind der dritte Erzieher, die Werkstätten des Lernens. “Die Ausstattung in der Einrichtung soll so gestaltet sein, dass sie zu selbstaktivem Handeln, zum Bewegen, zur Gestaltung von Beziehungen, zu konzentriertem Arbeiten und zur Muße einlädt. Das Raumkonzept und eine gezielte Auswahl von Mobiliar und Materialien können entscheidend dazu beitragen, Bildungsziele in der Tagesstätte zu erreichen.

Die Räume in der Kindertagesstätte sind für alle übersichtlich gestaltet und ermöglichen gleichzeitig vielfältige Aktivitäten. Wünschenswert sind natürliche Baustoffe, warme Farbtöne, ausreichend Tageslicht, viel Platz für Bewegung und lärmgeschützte Bereiche. Einzelne Funktionsräume oder -ecken und die Materialien sind den Kindern vertraut und frei zugänglich. Leben und Lernen ist in der Tageseinrichtung nicht ausschließlich auf einen Gruppenraum, die Möglichkeiten zum Bewegen nicht auf eine begrenzte Draußen-Spiel-Zeit oder eine Bewegungsstunde beschränkt. Im Prinzip sollten alle Räume des Hauses und auf dem Gelände so weit wie möglich für Kinder nutzbar gemacht werden. Auch die allgemeinen Verkehrsflächen wie Flure, Treppen und Räume, in denen interessante Alltagstätigkeiten stattfinden, können bespielbar oder zumindest erfahrbar sein.(Nds. Orientierungsplan). Die Kinder sollten sich so oft wie möglich draußen aufhalten können und das alltägliche Geschehen in den Außenraum gelegt werden.

Die (Spiel-)Materialien sollen gut ausgewählt (Funktionalität, Erfahrungs- und Anregungsmöglichkeiten, Qualität, Material) werden.

5.8 Kinderschutz

Die Limmerlinge sind dem Kinderschutzauftrag nach § 8a SGB VIII beigetreten.

Wenn Anhaltspunkte auf Kindeswohlgefährdung bestehen, sind das Team und der Träger verpflichtet die Vorgaben des Kinderschutzauftrages umzusetzen.

Dieses geschieht durch folgende Maßnahmen:

Anhaltspunkte der Kindeswohlgefährdung werden in folgenden Reihenfolge weitergeben

Gruppenleitung → Einrichtungsleitung → Vorstand. Die Dokumentation erfolgt durch die Fachpersonal der Limmerlinge.

Die Leitung nimmt in Absprache mit der insoweit erfahrenen Fachkraft (benannte Fachkraft des Kinderschutzbundes, aktuell die Kinderladen Initiative Hannover e.V.) eine Einschätzung der Gefährdung vor. Die Rücksprache mit der insoweit erfahrenen Fachkraft enthält keinen personenbezogenen Daten.

Im gemeinsamen Gespräch mit den Erziehungsberechtigten des Kindes, der Fachkräfte der Limmerlinge,evtl. Teilen des Vorstands und der in soweit erfahrenen Fachkraft werden die Erziehungsberechtigten in die Gefährdungseinschätzung einbezogen.

Die Fachkräfte weisen auf Inanspruchnahme von z.B. Beratungsstellen und Familienstation hin.

Sollte die Gefährdung dennoch nicht abgewendet werden können, sind die Fachkräfte dazu verpflichtet das Jugendamt zu informieren.

Sollte eine Meldung ans Jugendamt erfolgen, ist der Datenschutz aufgehoben.

Zusätzlich nimmt immer mindestens eine Fachkraft an regelmäßigen Fortbildungen zum Thema Kinderschutz in der Kita teil.

5.9 Kinderrechte
Welche Rechte haben Kinder (Unicef) ?

Gleichheit, Gesundheit, Bildung, Information, freie Meinungsäußerung und Beteiligung, Freizeit, Spielen und Erholung, Elterliche Fürsorge, Gewaltfreie Erziehung, Schutz im Krieg und auf der Flucht, Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung, Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Im Alltag der Limmerlinge schafft das Team Strukturen, in denen die Kinder den größtmöglichen Teil ihrer Rechte ausleben/wahrnehmen können bzw. sorgt für die Wahrung der Rechte.

5.10 Beteiligung/Partizipation

Wir berufen uns bei allen Themen der Beteiligung/Partizipation auf Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention (Berücksichtigung des Kinderwillens)

„(1) Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

(2) Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden.“

Da Erwachsene und Kinder in einem ungleichen Machtverhältnis leben, versucht das Team Gleichberechtigung in diesem ungleichen Verhältnis zu ermöglichen, in dem es die Kinder am Alltag beteiligt und somit Macht abgibt.

Die Kinder haben in folgenden Punkte die Möglichkeit der Beteiligung: Wahl der Bezugsperson, Teilnahme an Angeboten, Aussuchen der Angebote, Wahl ihres Spielortes, Wahl des Essen, Entscheidung darüber was sie essen oder ob sie essen, Ablauf des Vormittags.
Dies sind nur einige Möglichkeiten der Beteiligung am Alltag der Limmerlinge. Grundsätzlich werden die Kinder in allen Fragen bezüglich des Tagesablaufes mit einbezogen.

5.11 Beschwerdemanagement

„Ohne Beschwerde keine Qualität“

Um eine stetige Verbesserung unserer Arbeit zu garantieren, sehen wir Beschwerden als Anregung und Erweiterung unseres Alltags, welche eine durchgehende Reflektion der pädagogischen Arbeit gewährleistet.

Als Beschwerde definieren wir eine kritische Aussage eines Kindes, eines Elternteils oder eines Kollegens/einer Kollegin, die mündlich,schriftlich, gestisch oder mimisch hervorgebracht werden kann und den Alltag der Limmerlinge, das Handeln der Fachkräfte oder des Vorstands betrifft.

Kinder haben in vielfältiger Art und Weise die Möglichkeit Beschwerde in unserem Krippenalltag zu äußern, dabei zählt nicht nur das Gesprochene, auch durch Emotionen, Gestik, Mimik können sie Beschwerde äußern.

Während des Freispiels hat jedes Kind zu jeder Zeit sich einer Person seiner/ihrer Wahl auszuwählen und eine Beschwerde kundzutun. Über die Einzelgespräche hinaus können die Kinder während des Morgenkreises und der gemeinsamen Mahlzeiten Beschwerden, Anregungen und Wünsche äußern.

Ebenso haben die Kinder das Recht ihre Beschwerde über ihre Eltern zu übermitteln.

Eltern haben die Möglichkeit im Zuge der Bring- und Abholzeit, Elternabenden (1x pro Monat), Entwicklungsgesprächen (1x pro Jahr) ihr Anliegen an die Leitung, die pädagogischen Fachkräfte oder den Vorstande heranzutragen. Darüber hinaus besteht immer die Möglichkeit, dass individuelle Termine mit einzelnen Fachkräften oder Vorständen vereinbart werden. Sollte eine persönliche Terminvereinbarung nicht zustande kommen, ist es möglich einen Termin per Telefon, schriftlich oder E-Mail zu vereinbaren.

Bis zu Lösung des Problems bleibt die jeweilige Person, die die Beschwerde entgegengenommen hat als Ansprechpartner/in bestehen.

Es wird immer versucht eine Rückmeldung mit der voraussichtlichen Bearbeitungszeit umgehend mitzuteilen und im weiteren Verlauf Lösungwege und mögliche Vorgehensweisen zu präsentieren.

Die Bearbeitung/Auswertung findet im Team statt und das Ergebnis wird von einer einzelnen Fachkraft oder dem gesamten Team präsentiert.

6 Finanzierung

Der laufende Betrieb wird über die Zuschüsse der Stadt Hannover, des Landes Niedersachsens und Elternbeiträge sichergestellt. Zusätzlich akquiriert der Verein Spenden für besondere Investitionen oder Projekte.